Tragwerksplanung & Standsicherheitsnachweis

Wanddurchbruch Statik

Standsicherheitsnachweis vom Tragwerksplaner

Bevor eine tragende Wand geöffnet wird, muss ein nachweisberechtigter Tragwerksplaner den Standsicherheitsnachweis erstellen. Dipl.-Ing. (FH) Sinan Kurt berechnet Lastflüsse, dimensioniert den Sturzträger und liefert den baurechtlich anerkannten Nachweis mit Ingenieursunterschrift und Stempel.

Qualifikationen

  • Nachweisberechtigter Tragwerksplaner, Ingenieurkammer Hessen (St-2996A-IngKH)
  • Bauleiter (TÜV), PersCert TÜV Rheinland, Zertifikat-Nr. 4050896
  • DIN EN ISO/IEC 17024 Sachverständiger für Schäden an Gebäuden (EUcert, Zertifikat-Nr. 1-24-1151)
  • FEM-gestützte Tragwerksberechnung
  • Rückmeldung innerhalb 48 Stunden

Standsicherheitsnachweis ab 400 €     Rückmeldung innerhalb 48 Stunden     Oft digital, kein Vor-Ort-Termin nötig    

Baurechtlich anerkannt · Ingenieurstempel     NRW · RLP · Hessen

Warum Statik beim Wanddurchbruch?

Der Lastabtrag ändert sich mit jedem Durchbruch

Tragende Wände leiten Lasten aus Decken, Dachkonstruktion und darüberliegenden Geschossen bis ins Fundament ab. Sobald in eine solche Wand eingegriffen wird, unterbricht das diesen Lastpfad. Der Stahlträger, der stattdessen eingebaut wird, muss exakt berechnet sein: zu schwach, und er verformt sich unter Last; zu gross, und der Einbau wird unnötig aufwendig.

Einige Wände übernehmen zusätzlich eine Aussteifungsfunktion. Sie halten das Gebäude gegen horizontale Kräfte aus Wind stabil. Ein Durchbruch kann diese Funktion beeinträchtigen, auch wenn die Öffnung selbst korrekt gestützt ist.

Braucht man für einen Wanddurchbruch immer einen Statiker?
Nein, nicht immer. Nichttragende Wände (Trennwände) können ohne statischen Nachweis entfernt werden. Sobald aber Zweifel an der Tragfunktion bestehen oder die Wand offensichtlich tragend ist, ist ein Standsicherheitsnachweis vom nachweisberechtigten Tragwerksplaner Pflicht. Im Zweifel gilt: erst prüfen, dann öffnen.

Was ohne Standsicherheitsnachweis passiert

  • Setzrisse in Wänden und Decken im gesamten Gebäude
  • Klemmende Türen und Fenster durch Verformung
  • Im Extremfall: Einsturz von Decken oder Gebäudeteilen
  • Persönliche Haftung des Eigentümer(innen)
  • Versicherungsschutz kann verweigert werden
  • Rückbaupflicht durch das Bauamt möglich
Der Standsicherheitsnachweis ist in allen Bundesländern vorgeschrieben, sobald in tragende Bauteile eingegriffen wird.

Tragende Wand erkennen

Ist meine Wand tragend? Hinweise zur ersten Einschätzung

Hinweise auf eine tragende Wand

  • Wand zieht sich durch mehrere Geschosse
  • Wand steht senkrecht zur Deckenspannrichtung
  • Wandstaerke 17,5 cm oder mehr (Mauerwerk)
  • Material: Stahlbeton (auch duenne Betonwaende)
  • Wand im Keller direkt auf dem Fundament
  • Deckenbalken oder Traeger liegen auf der Wand auf
  • In Bauplaenen als „tragend“ eingetragen

Hinweise auf eine nichttragende Wand

  • Wand verlaeuft parallel zur Deckenspannrichtung
  • Wandstaerke unter 11,5 cm (typische Trennwand)
  • Material: Gipskarton, Porenbeton-Planstein, Leichtbauplatten
  • Wand endet an der Decke ohne Auflast von oben
  • In Plaenen als Trennwand eingetragen
  • Wand nachtraeglich eingebaut (z.B. Umbau der 1970er)

Hinweis zum Altbau: In Gebäuden vor 1970 können auch schlanke 10-cm-Waende aus Ziegelmauerwerk tragende oder aussteifende Funktionen übernehmen. Eine zuverlässige Aussage ist nur möglich, wenn ein Tragwerksplaner die Baupläne und den Bestand geprüft hat.

Materialien und KomplexitÄt

Welche Wand haben Sie? Was bedeutet das für die Statik?

Das Wandmaterial bestimmt die Komplexitaet der Berechnung und die Anforderungen an Traeger und Auflager. Eine kurze Uebersicht:

Stahlbeton

Häufig in Neubauten ab 1960. Auch dünne Betonwände können erhebliche Lasten tragen. Öffnungen erfordern präzise FEM-Berechnung und oft Bewehrungsanschlüsse an den Auflagern.

Hohe Komplexitaet

Ziegelmauerwerk

Der Klassiker im Bestand. Vollziegel oder Lochziegel, sehr unterschiedliche Tragfähigkeiten. Altbauten bis 1950 oft mit hoher Wandstärke und komplexem Lastabtrag über mehrere Geschosse.

Mittlere Komplexitaet

Kalksandstein (KS)

Modern und masshaltiger Baustoff. KS-Wände sind häufig tragend, aber gut mit Normwerten belegbar. Häufig in Gebäuden ab 1990.

Mittlere Komplexitaet

Porenbeton (Ytong)

Leicht und gut bearbeitbar, aber geringe Druckfestigkeit. Tragende Porenbeton-Wände stellen besondere Anforderungen an Träger-Auflager und Lasteinleitung.

Mittlere Komplexitaet

Holzrahmen / Fachwerk

Typisch in Altbauten und Fachwerkhäusern. Aussteifende Funktion oft entscheidend. Bestandsaufnahme vor Ort meist erforderlich, da selten vollständige Baupläne vorhanden.

Hohe Komplexitaet

Gipskarton / Trockenbau

In aller Regel nichttragend. Entfernung ohne statischen Nachweis möglich. Ausnahme: Wand hat Brandschutzfunktion oder Installationsleitungen sind betroffen.

Geringe Komplexitaet

Der richtige TrÄger

Welcher Sturzträger wird benötigt?

Der Träger übernimmt die Lasten der entfernten Wand und leitet sie in die Auflager an den Seiten ab. Die Dimensionierung hängt von Spannweite, Lastbild und Auflagerbedingungen ab. Sie ist Ingenieurarbeit, kein Schätzwert.

Kleinere Öffnungen bis ca. 1,25 m

Betonfertigsturz / Mauerwerkssturz

Fuer kleinere Oeffnungen in Mauerwerk kann ein Fertigsturz aus Stahlbeton ausreichend sein. Normgerechte Auflagertiefe und Lastbegrenzung sind trotzdem zu berechnen.

Typisch: bis 1,25 m Oeffnung | Material: Stahlbeton-Fertigteil

Standard, hÄufigster Fall

IPE / HEA Stahlprofil

Fuer die meisten Wanddurchbrueche in tragenden Waenden. Das Profil wird nach Lastbild und Spannweite berechnet. Einbau durch Fachbetrieb (Maurer oder Metallbau).

Typisch: 1,0 bis 4,0 m Oeffnung | Profile: IPE 140 bis HEA 300

Grosse Öffnungen / Sonderkonstruktion

Verbundträger / Unterzug

Grossformatige Oeffnungen oder Traglast ueber mehrere Etagen erfordern Verbundkonstruktionen oder Unterzuege. Ausfuehrungsplanung zwingend erforderlich.

Einzelfall. Statische Pruefung und Ausfuehrungsplanung erforderlich.

Nachweis vs. kein Nachweis

Was der Standsicherheitsnachweis wirklich bringt

So funktioniert es

Von der Anfrage zum fertigen Standsicherheitsnachweis

Unkompliziert, digital möglich, schnell.

1

Anfrage und kostenlose Ersteinschätzung

Beschreiben Sie kurz Ihr Vorhaben: welche Wand, welche Öffnungsbreite, ob Baupläne vorhanden sind. Per E-Mail, WhatsApp oder Telefon. Innerhalb von 48 Stunden erhalten Sie eine erste Einschätzung und ein Angebot.

2

Unterlagen einreichen

Grundriss, Schnittzeichnung, Fotos der Wand (innen, außen, angrenzende Decke), Angaben zu Geschossanzahl und Dachkonstruktion. Alles digital möglich. Fehlen Pläne, vereinbaren wir einen Vor-Ort-Termin zur Bestandsaufnahme.

3

Statische Berechnung und Träger-Dimensionierung

Dipl.-Ing. (FH) Sinan Kurt berechnet die Lastflüsse nach Eurocode, dimensioniert den Sturzträger und legt die Auflagerbedingungen fest. Die Berechnung erfolgt FEM-gestützt.

4

Standsicherheitsnachweis und Ausführungszeichnung

Sie erhalten den vollständigen Standsicherheitsnachweis mit Ingenieursunterschrift und Stempel, eine maßstäbliche Ausführungszeichnung für den Handwerker und auf Wunsch eine Stellungnahme für das Bauamt.

5

Optional: Bauleitung und Abnahme

Auf Wunsch überwacht Dipl.-Ing. (FH) Sinan Kurt als TÜV-zertifizierter Bauleiter (Zertifikat-Nr. 4050896) den Einbau des Trägers vor Ort. Er prüft Abstützung, Einbautiefe, Auflager und Ausführung.

Kosten und Honorar

Was kostet die Wanddurchbruch-Statik?

Standard

ab 400 €

EFH mit vorhandenen Plänen, eine Wand, digitale Abwicklung. Bearbeitungszeit 3 bis 7 Werktage.

Bestand / Altbau

600 bis 1.200 €

Fehlende Pläne, Bestandsaufnahme vor Ort, komplexere Konstruktion oder mehrere Öffnungen.

Gross / Gewerbe

auf Anfrage

Mehrgeschossig, Gewerbegebäude, Sonderkonstruktionen, Baugenehmigungsplanung.

Hinweis zu Online-Festpreisanbietern: Günstige Angebote klingen auf den ersten Blick attraktiv. Prüfen Sie dabei: Enthält das Angebot die eigenständige Unterschrift und den Stempel eines nachweisberechtigten Tragwerksplaners? Nur damit ist der Nachweis baurechtlich anerkannt, von Behörden akzeptiert und versicherungskonform. Software-Ausgaben ohne Prüfsachverständigenunterschrift sind kein formaler Standsicherheitsnachweis.

Genehmigung nach Bundesland

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland, Gebäudeklasse und Art des Eingriffs. Entscheidend: Auch wenn das Verfahren verfahrensfrei ist, bleibt der Standsicherheitsnachweis Pflicht.

Oft verfahrensfrei

Nordrhein-Westfalen

Wanddurchbrüche in Wohngebäuden sind in bestimmten Gebäudeklassen nach BauO NRW verfahrensfrei. Der Standsicherheitsnachweis bleibt Pflicht. Bei Denkmälern und Nutzungsänderungen ist immer eine Genehmigung erforderlich. Konkrete Einordnung im Einzelfall klären.

Oft verfahrensfrei

Rheinland-Pfalz

Innenumbaumaßnahmen in bestehenden Wohngebäuden sind nach LBauO RLP häufig verfahrensfrei. Standsicherheitsnachweis bleibt Pflicht. Nutzungsänderungen sind immer genehmigungspflichtig.

Oft verfahrensfrei

Hessen

Umbaumaßnahmen in bestehenden Wohngebäuden sind nach HBO in niedrigen Gebäudeklassen häufig verfahrensfrei. Der formale Standsicherheitsnachweis bleibt vorgeschrieben. Dipl.-Ing. (FH) Sinan Kurt ist bei der Ingenieurkammer Hessen als nachweisberechtigter Tragwerksplaner eingetragen (Listennummer St-2996A-IngKH).

Verfahrensfreiheit bedeutet nicht Normenfreiheit. Der Standsicherheitsnachweis ist in allen Bundesländern Pflicht, sobald in tragende Bauteile eingegriffen wird.

Ihr Ansprechpartner

Dipl.-Ing. (FH) Sinan Kurt

Was einen Wanddurchbruch technisch sicher macht, ist nicht allein die Handwerksleistung, sondern die Berechnung dahinter. Dipl.-Ing. (FH) Sinan Kurt vereint drei Qualifikationen, die bei jedem Wanddurchbruch ineinandergreifen: statische Berechnung als Tragwerksplaner, baubegleitende Überwachung als Bauleiter und sachverständige Bewertung bei Schäden.

Vor dem Ingenieurstudium schloss er eine Maurerlehre ab. Dieses handwerkliche Fundament fließt in die Planung ein: Die Berechnung berücksichtigt, wie der Einbau tatsächlich ausgeführt wird, nicht nur wie er auf dem Papier aussieht.

Nachweisberechtigter Tragwerksplaner
Ingenieurkammer Hessen (IngKH), Listennummer St-2996A-IngKH. Berechtigt zur Erstellung baurechtlich anerkannter Standsicherheitsnachweise.

Bauleiter (TÜV), PersCert TÜV Rheinland
Zertifikat-Nr. 4050896. Überwachung der Ausführung mit technischem Planungsverständnis.

DIN EN ISO/IEC 17024 Sachverstaendiger fuer Schaeden an Gebaeuden
EUcert, Zertifikat-Nr. 1-24-1151. Gerichtsfeste Gutachten, wenn ein Durchbruch nachträglich bewertet werden muss.

Fakten zum Ingenieurbüro

Qualifikationen3-fach zertifiziert
Ruckmeldung48 Stunden
EinsatzgebietNRW, RLP, Hessen
Digital moeglichJa, bundesweit
StandorteBetzdorf / Düsseldorf

Häufige Fragen

FAQ: Wanddurchbruch Statik

Einsatzgebiet

Regional präsent und digital bundesweit

Statische Berechnungen erstellen wir auf Basis von Plänen und Fotos deutschlandweit. Vor-Ort-Bestandsaufnahmen führen wir insbesondere in diesen Regionen durch:

Nordrhein-Westfalen

Siegen, Gummersbach, Olpe, Köln, Düsseldorf, Leverkusen, Bergisch Gladbach, Troisdorf, Hennef, Bonn und Umgebung

Rheinland-Pfalz

Betzdorf, Altenkirchen, Montabaur, Koblenz, Neuwied und Umgebung. Betzdorf ist unser Hauptsitz: kurze Wege im Westerwald.

Hessen

Frankfurt, Wiesbaden, Wetzlar, Giessen, Kassel und Umgebung. Nachweisberechtigt durch die Ingenieurkammer Hessen

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